UNSER ALLTAG

Tag des Abschieds

Tag des Abschieds

Schon als wir Jona zu uns holten, war uns klar, dass die Maus nicht ewig bei uns sein wird. Sie war 13 Jahre alt und hatte eine Herzschwäche. Aber sie strotze nur vor Lebensfreude, war aktiv und wurde um gefühlt 10 Jahre jünger als sie auf Chewie traf. Hätten wir ihr nicht jeden Morgen eine Herztablette ins Essen geben müssen, hätten wir selbst vergessen wie alt unsere Maus schon war!

Doch am 22.07.2017 änderte sich alles. An diesem Tag bzw. in den frühen Morgenstunden schlief die kleine Hundeoma für immer ein…

Der Anfang vom Ende…

Zwei/ drei Wochen zuvor hatten wir eine langanhaltende Hitzewelle in Baden-Württemberg. Jeden Tag zwischen 30 und 36 Grad, Sonnenschein und Schwüle. Das machte nicht nur uns Menschen zu schaffen. Jona litt auch unter der Hitze. Sie wollte nur noch kleine Spaziergänge machen und schlief viel. Dies akzeptierten wir natürlich ohne wenn und aber! Also ging ich nur noch kleine Runden mit ihr raus und gönnte ihr die gewünschte Ruhe.

Da mir Jona trotz allem einen schlaffen Eindruck machte, viel mehr trank als sonst und ich meinte, dass sie dünner wurde, ging ich zwei Wochen vor unserem Urlaub mit ihr nochmal zum Tierarzt. Dort stellten wir tatsächlich fest, dass die Maus 900 Gramm abgenommen hatte! Und das trotz gleichbleibender Futtermenge. Ihre Herzgeräusche wurden zudem lauter. Die Tierärztin gab uns deswegen Entwässerungstabletten mit. Diese sollten das Herz entlasten. Außerdem gab sie Jona eine kleine Aufbauspritze. Die Spritze wirkte auch ziemlich gut. Jona wurde wieder fitter und wirkte wieder munterer.

Tag des Abschieds

Die Aufbauspritze hielt eine Woche an. Dann fing die Maus an langsamer zu laufen. Auch lief sie nicht mehr mit viel Freude. Also trug ich sie stellenweise um ihr etwas Ruhe und Kraft zu schenken. Jedoch war sie noch gerne mit uns unterwegs und wollte auch mit rauskommen. Mitte der Woche fing sie dann an immer mäkeliger zu essen. Sie wollte kein Nassfutter mehr, also gab ich ihr Pansen von Chewies Futter. Am nächsten Tag wollte sie den Pansen nicht mehr. Daraufhin holten wir Pute und kochten sie ihr ab. Den Tag darauf wollte sie die Pute nicht mehr. Das Herrchen holte deswegen Rind. Das mundete ihr, jedoch wollte sie den Tag darauf weder Pute noch Rind. Also ging Herrchen mit ihr erneut zum Tierarzt.

Morgens befürchteten wir beide schon, dass er mit den schlechtmöglichsten Nachrichten. Also besprachen wir uns nochmals, ich knuddelte meine Maus und machte mich auf zur Arbeit. Die ganze Zeit war ich in Gedanken fast nur bei Jona. Mittags erhielt ich dann erfreulicherweise eine beruhigende Nachricht. Durch die Hitze litten besonders die alten Hunde. Das würde auf den Magen der Hunde schlagen und sie würden deswegen nicht fressen. Auch meinte Herrchen, dass besonders viele Hunde im Wartezimmer waren. Unser Tierarzt gab Jona nochmal drei Aufbauspritzen und gab uns grünes Licht für den Urlaub. Also packten wir unsere Koffer und machten uns sonntags auf den Weg zur Ostsee.

Ein letztes Shooting

Eigentlich hätten wir zwei Wochen später ein Fotoshooting bei Christine Hemlep. Da wollten wir (Herrchen und ich) samt Hunde hin und mal wieder richtig schöne Bilder von uns machen lassen. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl – oder sollte ich eher sagen die Befürchtung – dass Jona dieses Shooting nicht mehr erleben wird. Da ich auf Facebook und Instagram über uns regelmäßig berichte und da auch kein Blatt vor den Mund nehme, berichtete ich dort auch über Jonas Gesundheitszustand. Es war unglaublich, wie viele Leute uns die Daumen drückten, uns Tipps gaben und einfach nur mit Jona mitfieberten. Auch meldete sich meine liebe Freundin Jenny (Inspiring Moments by Kaya) bei mir. Sie fragte, ob sie uns irgendwie behilflich sein könnte. Da sie unglaublich gut fotografiert und nicht allzu weit von uns entfernt wohnt, frage ich sie, ob sie Jona, Chewie und mich gemeinsam fotografieren könnte.

Jenny kam also Sonntagmorgen zu uns. Wir suchten uns eine schöne und passende Stelle mit Wald und los ging’s. Es war fast magisch. Wir waren alle gut drauf, lachten, scherzten und modelten. Jenny half mir zudem noch mein Wochenbild für das Projekt 52 zu machen. Auch war Jona unfassbar gut drauf. Sie zeigte sich von ihrer besten Seite, ließ sich fotografieren wie ein Profi und war einfach nur eine Zuckermaus! Ich war so begeistert von ihr. Es kam uns beiden auch vor, als wüsste Jona, dass es ihr Shooting war.

Tag des Abschieds

Nach dem zweistündigen Shooting packten Herrchen und ich alle Koffer und Taschen für den Urlaub. Um sicher zu gehen, dass Jona auch etwas essen würde, holten wir noch verschiedene Nassfutter, sogar Katzenfutter und packten alles ein. Auch kaufte ich eine Multi-Vitamin-Paste. Diese gaben wir Jona schon mal vorsorglich, damit sie auch keine Mangelerscheinungen bekommen würde.

Meer, Sand und angenehme Temperaturen

An der Ostsee, genauer gesagt in Grömitz herrschten angenehme 20 – 25 Grad, es war leicht bewölkt und einfach nur herrlich! Besonders der Sand gefiel unserer Maus. Mittlerweile lief sie kaum noch selbst und ließ sich hauptsächlich von uns tragen. Aber am Strand ging sie freudig und für ihre Verhältnisse flott durch den Sand. Ihr taugte das kühlere Wetter und die Ostseeluft deutlich.

Doch leider wollte sie einfach nicht fressen. Egal was wir ihr gaben, sie hatte einfach keinen Hunger. Auch grummelte ihr Magen nicht. Dafür trank sie aber fleißig und war geistig noch vollkommen da. Sie freute sich, wenn wir zu ihr gingen, sie ansprachen oder einer von uns zurück zu ihr kam. Dementsprechend sorgten wir dafür, dass wir nicht allzu viel im Urlaub machten. Einen Tag machten wir einen Ausflug, am nächsten Tag blieben wir in Grömitz. So konnte sich die Maus gut erholen.

Ohne Schmerzen…

Am Freitag aber wollte die Maus nicht mehr wirklich aufstehen. Ich nahm sie auf die Morgenrunde mit, aber sie konnte kaum selbst stehen. Zurück in der Ferienwohnung legte ich sie auf ihre Kuscheldecke. Damit ihr nicht kalt wird (sie fror leider immer öfters), holte ich ihr vor Ort noch einen Mantel. Die Kuscheldecke legten wir auf die Couch, damit sie nicht auf dem kalten Boden liegen musste.

Ich traf mich an diesem Tag noch mit Carina und Cappy am Hundestrand. Dazu nahm ich nur Chewie mit. Herrchen blieb mit Jona in der Ferienwohnung. Als wir von unserem Treffen zurückkamen lag Jona mit ihrer Decke auf dem Boden. Leider fiel sie von der Couch während Herrchen nicht im Wohnzimmer war. Damit sie nicht nochmal runterfiel, legte er die Maus auf dem Boden. Leider trank sie den ganzen Tag nichts. Wir waren also mehr als alarmiert.

Chewie merkte ebenfalls, dass etwas mit Jona nicht stimmte. Immer wieder schaute er vorsichtig nach ihr, schleckte ihr das Gesicht ab und vergewisserte sich, wie es ihr ging. Das machte uns alles sehr zu schaffen. Zum Glück hatte am Samstag ein Tierarzt während der Hauptsaison offen. Wir stellten uns also einen Wecker und gingen mit einem mulmigen Gefühl ins Bett. Weder Herrchen, noch ich konnten gut schlafen. So bekamen wir auch den kleinen leisen Heuler von unserem Mäuschen mit. Wir sprangen also sofort zu ihr und streichelten sie. Sie streckte sich nochmals, ließ sich von uns streicheln und ein paar Atemzüge später war sie weg…

Ihr Herz blieb am Samstagmorgen um 03:45 Uhr einfach stehen. Wir sind froh, dass wir sogar bis zur letzten Sekunde bei ihr waren und sie nicht alleine war. Sie sollte wissen und fühlen, dass sie von uns geliebt und beschützt wurde. Außerdem waren wir froh, dass Jona selbst beschlossen hatte wann sie von uns gehen möchte.

Samstagmorgen fuhren wir zur Tierärztin. Dort besprachen wir den weiteren Vorgang und beschlossen Jona an der Ostsee einzuäschern. Die Tierärztin vergewisserte sich auch, ob Chewie von Jona Abschied genommen hat, sprich ob er an ihr morgens nochmal geschnüffelt hatte. Das machten wir bevor wir zur Ärztin fuhren. Mir war es sehr wichtig, dass Chewie wirklich mitbekam und für sich selbst feststellen konnte, dass Jona gestorben ist. Zum Schluss bekamen wir noch die Bescheinigung über Jonas Tod.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit Chewie am Hundestrand. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, wie ich den Tag überstanden habe. Ich habe höchstens drei Stunden geschlafen. Aber es war mir wichtig, dass Chewie gut versorgt war. Zurück in der Ferienwohnung kochten wir uns etwas, schauten einen Film und ich fing schon mal an einzupacken. Sonntag ging es nämlich wieder nach Hause. Den ganzen Samstag hatten wir beide das Gefühl, dass etwas bzw. jemand fehlt.

Trauerzeit

Die Trauer sitzt noch tief. Jona fehlt uns noch jeden Tag! Aber es wird schon etwas einfacher. Sie fehlt uns nicht mehr gefühlt jede Sekunde. Auch Chewie fehlt die kleine Maus. Zuhause ist er sehr anhänglich und weiß oft nicht, was er mit sich anstellen soll.
Aber wir sind froh, dass wir die Maus zu uns geholt haben, dass wir ihr noch ein schönes Zuhause geben konnten und dass wir 3,5 wundervolle Jahre mit ihr hatten! Zudem musste sie nicht lange leiden und konnte wirklich selbst beschließen, wann es Zeit war zu gehen. Das kommt ja leider nicht sehr oft vor. Sie hat unser Leben definitiv bereichert und wir bereuen es keine Sekunde sie bei uns gehabt zu haben.

Mach’s gut, meine süße Jona-Maus! Ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal wieder <3

Tag des Abschieds

P.S.: Ein großes und liebes Dankeschön an Jenny für diese wundervollen Bilder von Jona und von uns zusammen! Du hast Jona genauso eingefangen wie sie war: fröhlich, stark, munter, zuckersüß und lebensfroh.

8 Gedanken zu „Tag des Abschieds

  1. Habe deinen Beitrag gelesen. Mir ist das Herz srltenso schwer geworden AKS dabei. Man spürt in jedem Wort deine Liebe,deine Zuneigung. Es tut IR so Wahnsinn g leid für euch. Hatte es leider auch schon lange im Gefühl das es so kommt. Ich glaube,das Jona euch zu liebe sichbzusamnen gerissen hat,den Urlaubkitbeuch haben wollte und sich bei den Bildern solche Mühe gegeben hat,um sich so von euch zu verabschieden.Zusagen ich liebeveuch und danke euch für die schöne Zeit. Vergesst mich nicht. An Jona:du bleibst unvergessen.Deine Besitzer lieben dich sooo sehr.R.I.P Jona ❤🐾

    1. Vielen Dank für deine lieben Worte! Genau das wollte ich mit diesem Beitrag erreichen.
      Ich bin froh, dass wir noch den Urlaub mit ihr hatten…unsere kleine Zuckermaus.

  2. Ach wie traurig!
    Als ich davon gehört habe war ich schockiert und unsagbar traurig!
    Ich wünsch euch ganz viel Kraft und hoffe der Schmerz wird ganz schnell weniger.
    Alles Liebe
    Nadine und Alfi

    1. Vielen Dank, liebe Nadine, für die lieben Worte!
      Ich finde es unglaublich, wie viele Menschen der Tod von Jona berührt hat.
      Wir hoffen auch, dass der Schmerz bald weniger wird…zum Glück haben wir noch Chewie an unserer Seite.
      Ganz liebe Grüße

  3. Ich kann euern Schmerz sehr gut verstehen. Wir haben schon 3 Hunde gehen lassen müssen. Sie waren alle zwischen 14 und 16 Jahre alt. Das ist schon mehr als 2 Jahre her, aber sie fehlen uns immer noch. Wir haben wieder einen Hund und 4 Katzen , aber die 3 fehlen einfach. Und bei vielen Gesprächen und Situationen reden wir von Ihnen und ihren Streichen,etc. Wir wünschen Euch viel Geduld.

    1. Vielen Dank für deine lieben Worte! Jona wird uns auch immer fehlen.
      Oh man…aber drei Hunde gehen lassen zu müssen, war sicherlich auch schwer. Ich glaube dir, dass die drei euch fehlen.

  4. Ich habe deinen Beitrag gelesen und man merkt dass deine Sätze und Worte von Herzen sind ,mir ist eine Träne runtergerollt wo ich es gelesen habe und schicke dir ganz viel Kraft und natürlich auch für chewie

    1. Vielen vielen lieben Dank, liebe Corinna! Auch heute fällt es mir noch schwer darüber zu sprechen, geschweige denn darüber nachzudenken. Jona war einfach unsere kleine Zuckermaus und kann nicht einfach so ersetzt werden. Sie hat für immer einen Platz in unseren Herzen!

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