UNSER ALLTAG

Und plötzlich waren wir zu viert!

Nachdem wir schon knapp ein Jahr mit Chewie zusammenlebten und der kleine Hundemann unsere Welt komplett auf den Kopf stellte, kamen mir die ersten Gedanken zu einem Zweithund.

Meine damalige Trainerin brachte mich auch auf die Idee, dass ein Zweithund gut für Chewie wäre. Unser Hundemann war ein wahrer Duracelhase und kam nicht wirklich von alleine runter. Er konnte nie genug Action haben, während wir versuchten ihm beizubringen, dass er auch 10 Gänge runterschalten kann. Gerade deswegen war das Herrchen auch überhaupt nicht von meiner Idee begeistert. Ein zweiter Hund kam ihm nicht so attraktiv vor wie mir :D

Die Anzeige

Ich ließ also das Thema erst mal auf sich ruhen. Doch dann entdeckte ich auf der Seite der Spitz-Nothilfe die Anzeige einer kleinen, älteren Spitzmix-Dame:

„…

Rasse: Spitz
Alter: geb. ca. 2000 / 2001
Geschlecht: Hündin
Abgabegrund: Halterin erkrankt

Die kleine Spitz-Maus ist eine liebenswerte und fröhliche Hündin die noch recht munter für ihr Alter ist.
Sie lebt bei uns mit weiteren Hunden zusammen und verträgt sich gut mit Artgenossen.
Man merkt ihr deutlich an, dass ihr die Ansprache und Nähe zu ihre Menschen fehlt und genießt die kurze Zeit, die sie täglich mit ihren Pflegern und Gassiegängern verbringt.

Es wäre der kleinen Jona mehr als zu gönnen, das sie noch für den Rest ihres Lebens einen Spitz-Freund findet, mit dem sie ihr Rentnerdasein teilen darf.

Jona hat eine leichte Herzinsuffizienz ( die man ihr übrigens nicht anmerkt ) und benötigt täglich zweimal eine Tablette zur Stärkung.

…“

Und plötzlich waren wir zu viert!

Der Text und das süße Bild von Jona machten mich richtig schwach! Die Anzeige kam vom Tierheim Köln-Dellbrück.

Sie machte mich sogar so schwach, dass ich einfach dem Tierheim eine Mail schrieb. Darin fragte ich, ob Jona auch in einer Stadt leben könnte und ob sie auch als Zweithund glücklich werden könnte. Das waren nämlich die zwei wichtigsten Punkte für mich! Schnell bekam ich sogar eine sehr nette Antwort vom Tierheim, in der mir gesagt wurde, dass Jona das Stadtleben bereits kennen würde, da sie direkt aus Köln käme. Außerdem wäre das Leben als Zweithund kein Problem, da sie das bereits in ihrem alten Zuhause war. Auch teilte sie sich den Zwinger mit einem anderen Hund und dabei wäre es nie zu Problemen gekommen. Daraufhin machte ich einen Besuchstermin aus und redete mit dem Herrchen.

Doch kein Happy End?

Ich zeigte meinem lieben Freund die Bilder von Jona, ihre Anzeige vom Tierheim die lieben Mails, die ich erhalten hatte. Irgendwas muss ihn dazu bewegt haben dem Termin zuzustimmen, denn er gab sein OK und meinte er würde mitkommen. Ich freute mich schon so sehr auf das kommende Wochenende.

Doch dann erhielt ich einige Tage später einen Anruf vom Tierheim. Ein Pärchen mit einem eigenen älteren Hund würde Jona zu sich nehmen. Sie hätten sie bereits besucht und alles war sehr harmonisch. Ich war natürlich traurig, freute mich aber sehr für die kleine alte Dame.

Und plötzlich waren wir zu viert!

Eine Woche später erhielt ich jedoch erneut einen Anruf aus Köln. Jona wurde doch nicht adoptiert. Die Nachbarin des Pärchens stürzte und musste ins Krankenhaus. Danach käme sie ins Pflegeheim und dürfte ihren Hund nicht mitnehmen. Das Pärchen beschloss den Hund der Nachbarin aufzunehmen. Deswegen mussten sie leider Jona absagen. Deswegen rief mich das Tierheim auch an. Sie fragten, ob wir noch Interesse an der kleinen Spitzdame hätten. Das bejahte ich sofort!

Was lange währt, wird endlich gut

Leider mussten wir aber noch weitere zwei Monate warten bis wir überhaupt die kleine Maus besuchen konnten. Jona hatte sich mit einigen anderen Hunden im Tierheim einen fiesen Zwingerhusten eingefangen. Der Zwingerhusten ist unserer Grippe sehr ähnlich: sehr nervig und sehr ansteckend. Deswegen konnten wir auch nicht mit Chewie vorbeikommen. Die Gefahr, dass der Hundemann  sich bei Jona oder einem anderen Hund anstecken würde, war viel zu groß.

Ich rief aber jede Woche im Tierheim an und fragte nach wie es Jona ging. Ich ließ nicht locker und informierte mich regelmäßig über ihren Gesundheitszustand. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie sehr ich mich freute als wir das OK für einen Besuch bekamen!

Und plötzlich waren wir zu viert!

Ich packte also das Herrchen und den Hundemann an einem Samstag ein und wir fuhren nach Köln. Netterweise durften wir vor den eigentlichen Öffnungszeiten vorbeikommen. Da kam uns das Tierheim echt sehr entgegen. Zum Glück kamen wir ohne Stau durch und wurden freundlich am Tor begrüßt. Die Pflegerin zeigte uns auch gleich Jona und öffnete ihren Zwinger. Sie meinte noch zu uns, dass wir uns nicht wundern sollten. Jona wäre schüchtern gegenüber Fremden, besonders gegenüber Männern. Dann öffnete sie ihr Tor und holte Jonas Leine. In dieser Zeit kam die kleine Dame raus, setzte sich vor meinen Freund und ließ sich genüsslich von ihm streicheln. Damit rechneten wir überhaupt nicht! Wir mussten schon etwas schmunzeln als die Pflegerin mit der Leine zu uns kam. Sie leinte Jona an und zeigte uns einen schönen Gassiweg. Daraufhin holten wir Chewie aus dem Auto und gingen los.

Ja oder Nein?

Nach einem ersten Beschnuppern von beiden Seiten – und einer fetten Begrüßung der Pflegerin durch Chewie – machten wir uns auf den Weg. Jona ließ sich problemlos an der Leine führen. Dabei war es ihr egal wer die Leine hatte. Sie zog nicht, lief brav bei uns und genoss den Spaziergang. Am Ende wollte sie sogar mit Chewie spielen und wollte direkt in unser Auto einsteigen!

Wir redeten dann nochmals mit der Pflegerin. Sie hatte ein gutes Gefühl mit uns und hätte uns Jona sofort mitgegeben. Wir konnten sie aber leider nicht direkt mitnehmen, da mein Urlaub erst eine Woche später anfing. So einigten wir uns darauf, dass ich Jona die Woche drauf abholen würde. Schweren Herzens mussten wir die kleine Maus also nochmal im Tierheim lassen.

Die Woche verging aber so schnell, dass es mir vorkam wie ein paar Tage! Da das Herrchen leider keinen Urlaub hatte, fragte ich eine Freundin, ob sie mit mir nach Köln fahren würde. Sie willigte ein und zusammen machten wir uns auf den Weg. Ich war so aufgeregt und hibbelig!

Im Tierheim wurden wir schon sehnlichst erwartet. Jonas Gassigängerin konnte sich noch von der kleinen Maus verabschieden und ich konnte sie auch noch kennenlernen. Nachdem ich den Adoptionsantrag unterschrieb und eine geringe Abgabegebühr für die kleine Maus zahlte, machten wir uns auch schon wieder auf den Weg nach Hause. Das Tierheim gab mir ihre Tabletten mit und ein Halsband, das Jona von ihrer Gassigängerin bekam. Eine Leine holte ich vor Ort für sie.

Die Fahrt meisterte sie sehr gut. Zuhause angekommen stürzte sie sich erstmal auf das Essen, danach aufs Wasser. Dann begrüßte sie Chewie und erkundete ihr neues Zuhause.

Und plötzlich waren wir zu viert!

Am Anfang zog sie sich noch viel zurück und schlief auch sehr viel. Sie hatte immerhin einige Eindrücke zu verarbeiten! Jedoch wurde sie von Tag zu Tag offener und blühte Dank Chewie so richtig auf. Zwar war es nicht immer einfach mit ihr, jedoch bereuen wir es nicht der kleinen Maus ein neues Zuhause gegeben zu haben. Wer weiß was mit ihr passiert wäre, wenn wir sie nicht zu uns genommen hätten. Daran will ich gar nicht wirklich denken!

Es lohnt sich auf jeden Fall auch mal im Tierheim nach einem geeigneten Hund zu schauen. Auch alte oder kranke Tiere können einen positiv überraschen! Jona lebt bald vier Jahre mit uns! Das hätte niemand gedacht, als wir sie holten.

Vielen Dank, liebes Tierheim Köln-Dellbrück, dass ihr uns diese tolle Maus überlassen habt!

Und plötzlich waren wir zu viert!

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